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Echte Hilfe für Afrika

Mit diesem Beitrag will ich das Piratenschiff mal zu ganz andere Themeninseln heranführen: Es geht um das Thema Afrika und Entwicklungshilfe!

Schon oft habe ich mich gefragt, warum es in Afrika trotz jahrelanger Entwicklungshilfen keine oder nur wenige Fortschritte gibt, dafür aber Krieg und Korruption. Ich habe zu dieser Problematik der Entwicklungshilfe schon mehrfach einzelne Hinweise zu den Ursachen erfahren, doch erst vor kurzen fügte sich für mich das Bild komplett zusammen. Und ich fand auch Bestätigung.

Fakt ist, …

  • … dass viele afrikanische Länder gut 50% oder mehr der erhaltenen Entwicklungsgelder dazu benötigen die Zinsforderungen der Industriestaaten für deren Kredite zu erfüllen.
  • … dass die westlichen Staaten durch ihre Subventions- und Zollpolitik den afrikanischen Markt kaputt machen.
  • … dass die Korruption stark mit dem Ringen um diese Entwicklungsgelder zusammenhängt. Die Korruption entsteht aus dem ausländischen Geld.
  • … dass durch Warenhilfen (vor allem bei Kleidung) afrikanische Industriezweige zerstört werden.

Doch wie könnte man dieses Problem lösen? Ich glaube hier an den Lösungsansatz der Grameen Bank aus Bangladesch die 2006 den Friedensnobelpreis bekam. Ziel sollte es sein, dass ohne klassische Sicherheiten, sondern durch Gruppendruck, Mikrokredite an Menschen ohne Einkommenssicherheiten vergeben werden. Statt also die Entwicklungsgelder, die später irgendwo im Korruptionssumpf der Machthaber verschwinden, sollte man das Entwicklungsgeld dazu nutzen, jedem einfachen Bürger, Bauer oder Handwerker einen privaten, zinsfreien Kredit zu gewähren. Die Zinsfreiheit ist hierbei der Unterschied der Grameen Bank. Denn die Zinsfreiheit bewahrt die Leute davor in den Teufelskreis der Zins- und Zinseszinsschuld zu geraten. Mit diesen Kreditmöglichkeiten bekommen die Afrikaner erstmals eine echte Hilfe zur Selbsthilfe.

Im zweiten Schritt, sollte den Afrikanern mehr Wissen zugänglich gemacht werden Projekte wie „One Laptop Per Child“ sind zu fördern. Jährlich sollte es zudem einigen tausend Afrikanern ermöglicht werden an europäischen oder amerikanischen Universitäten zu studieren und zu promovieren. Im Gegenzug dazu, verpflichten sich diese Ausgebildeten für 3 bis 5 Jahre (zurück in Afrika) entweder selbst zu Lehren oder ihr erworbenes Fachwissen frei und aktiv der Bevölkerung zur Verfügung zu stellen.

Gleichzeitig sollte die westliche Welt auf ihre markt-zerstörenden Werkzeuge (Zölle, Subventionen) verzichten und den Afrikanern als Geschäftspartnern auf Augenhöhe begegnen. Die Staaten Afrikas sollen endlich unabhängig und frei werden.

Eine Forderung die auch zur Thematik der Piratenpartei passen könnte. Denn schließlich lassen sich die Schlagworte „Vernunftorientierte Politik“, „OpenAccess“, „Freies Wissen“, „Freiheit“ und „Gläserner Staat (gegen Lobbyismus)“ auch auf diese Thematik übertragen. Vielleicht wird dieses Thema auch irgendwann für uns Piraten interessant. Wenn ja, habe ich heute meinen ersten Gedanken dazu geäußert. 😉

Piratenkauz